3. Liga
Leader Algro biss gnadenlos zu

Von Kurt Schöpfer

Im Spiel zweier ungleicher Teams vermochten die Platzherren bis zum Kontertor der Gäste mitzuhalten. Ab diesem Zeitpunkt sorgten Fidele Gäste mit dem dreifachen Luigi Fedele für klare Verhältnisse. Die Tore kurz vor und nach dem Seitenwechsel sorgten endgültig für den „Genickbruch“ und bescherten den Wolhusern die sechste Pleite in Serie. Die Luzerner Hinterländer verhielten sich dabei wie eine Klapperschlange und bissen bei jeder Gelegenheit gnadenlos zu. Während Algro nun wohl die Aufstiegsrunde planen kann, müssen sich die Wolhuser fragen, wann endlich diese Abwärtsspirale gestoppt werden kann?

Wenn’s läuft oder halt nicht
Bei prächtigem Sonnenschein trafen zwei Kontrahenten aufeinander bei welchen die Gefühlslagen nicht unterschiedlicher sein konnten. Ausser bei den Niederlagen gegen Entlebuch (3:4) und in Grosswangen (0:1) stürmen die Gäste aus dem Luzerner Hinterland unaufhaltsam Richtung Gruppensieg. Bei den Einheimischen ist seit der Begegnung gegen Schötz der Zapfen Regelrecht ab. Auf Grund der Tabellenlage käme alles andre als die sechste Pleite der Blindeielf in Serie einer riesigen Überraschung gleich. Wenn’s läuft oder halt nicht bestätigte Youngster Dario Marti auf eindrückliche Art und Weise. Den Ball Wunderschön aus der Luft zurechtgelegt zog er in der 14. Minute ab und sah seinen guten Schuss dank der tollen Parade von Cédrice Häfliger in dessen Armen verschwinden. Wenn’s läuft sind solche Bälle meist zappelnd im Netz zu sehen. Im Konterangriff parierte David Wicki mit einer Glanztat gegen Andreas Hofer. Die Einheimischen waren bemüht aber in den endscheidenden Passphasen zu ungenau. Die eher etwas abwartenden Luzerner Hinterländer preschten aber immer wieder mit Konterangriffen über rechts nach vorne. In der 19. Minute schlitterte Mike Iskandar in eine solche Hereingabe von rechts und kam mit dem Fuss zu weit unter den Ball, so dass dieser das linke Lattenkreuz streifte. Auf der Gegenseite verpasste Nikson Tomaj bei seinem Abgefälschten Ball das Tor nur um Zentimeter. Die Blindeielf blieb aber in der Folge am Drücker und kam zu einem Eckball von Links. Statt einer Gefahr für das Tor von Cédrice Häfliger entwickelte sich daraus ein Konterangriff der Gäste, welche mit der Rechtslinks Kombination die ganze Wolhuser Hintermannschaft aushebelte. Mit seinem satten Schuss von der Linken Aussenbahn in die entfernte Torecke eröffnete Luigi Fedele das Skore in der 22. Minute mit dem 0:1. Dass bei den Einheimischen nicht alles Wunschgemäss verläuft zeigte die Chance in der 23. Minute als Angelo Zimmermann auf die Linkshereingabe von Nikson Tomaj den berühmten Schritt zu spät kam.

Bissig wie eine Klapperschlange
Die Begegnung zeigte sich bis dato ausgeglichen, wobei wenn sich die Gäste in Tornähe befanden, sich viel effizienter Verhielten. Wenn sich ihnen die Chance bot waren sie zudem bissig wie eine Klapperschlange. So in der 28. Minute als Mike Iskandar die Situation vor dem Wolhusertor am schnellsten erfasste und den Ball zum 0:2 Mal im Netz zappeln liess. Wolhusen bemühte sich aber blieb im Passspiel nach vorne im entscheidenden Moment immer wieder zu ungenau oder zog die Bälle zu nahe aufs Tor, wo sie eine leichte Beute von Häfliger wurden. Dies ermöglichte den Gästen immer wieder Konterangriffe. In der 37. Minute verpasste Thomas Peter per Kopf eine Hereingabe von rechts und nur Augenblicke später Mike Iskandar die Hereingabe von Links ebenfalls per Kopf zum Resultate Ausbau. Wolhusen versuchte noch vor dem Seitenwechsel zu reagieren und nahm eine erste Umstellung im Team vor. Diese trug vorerst keine Früchte ein. Als sich die Akteure bereits in der Pause wähnten setzte Marcel Koller mit dem Tor zum 0:3 noch einen drauf. Der gut leitende Schiedsrichter Marco Mangott gab das Anspiel noch frei und pfiff postwendend zur Pause, welche die Gäste mit einer 3:0 Führung antraten. Für die Einheimischen galt es die Lage zu besprechen und dementsprechend den zweiten Spielabschnitt anzugehen.

45 plus 46
Was sich die Platzherren als Taktik, wohl für die Reprise zu recht geschneidert hatten, blieb schon in der Startminute auf der Strecke. Nach 46 Spielsekunden zappelte das Leder erneut hinter dem bedauernswerten David Wicki. Der Fidele „Algroaner“ Luigi Fedele stach zum 0:4, womit die Karten dieser Partie bereits endgültig verteilt waren. Dieses Tor bedeutete gleichzeitig der „Todesstoss“ und so galt es die Zeit irgendwie über die Runden zu bringen. Die Gäste mussten mit der deutlichen Führung im Rücken nicht viel riskieren und hielten das Heft der Partie fest in den Händen. Ab und zu spielten sie den Ball hinter die Abwehrkette der Wolhuser und versuchten Punktuell zuzustechen. Dies klappte in der 64. Minute ausgezeichnet als erneut Luigi Fedele alleine vor Torwart Wicki auftauchte und ihm den Ball zwischen den Beinen zum 0:5 einschob. Wolhusen mühte sich redlich, aber durch die Verunsicherung der letzten Partien brachten sie nichts Zählbares zu Stande. Selbst die Standartsituationen blieben ohne Nennenswerte Torgefahr. Zu Hoch und ungenau waren die Visiere selbst bei Freistössen aus guter Distanz angesetzt.

Das halbe Dutzend ist voll
Auf Grund der verlaufenen Partie war über den Ausgang des Siegers schon lange keine Diskussion mehr nötig. Dass jedoch auch Resultatmässig die Niederlagenserie noch derart bestätigt wurde, zeigt wiederum wie brutal die Sportart Fussball auch sein kann. Wenn es einem Team nicht gerade optimal läuft geraten dafür dem Kontrahenten Bälle, die sonst gar keine spezielle Gefahr herauf beschwören. Marc Oetterli als Hinterster Akteur in der Reihe verwertete eine Rechtshereingabe zum 0:6 Schlussresultat in der 84. Minute. Mit diesem deutlichen Sieg und dem Remis von Sursee in Zell (0:0) darf das Team von Ronny Bossert wohl die Aufstiegsspiele planen, zumal die direkte Begegnung noch ansteht und somit alles in den Händen der Luzerner Hinterländer liegt.

Die Auffahrt in vieler Hinsicht
Altbüron Grossdietwil kann am kommenden Wochenende mit einem Heimsieg gegen Ruswil die Aufstiegsrunde wohl vollends planen. Die Blindei Boys treffen auswärts im Wiggertal auf den Kontrahenten Dagmersellen. Auf der Chrützmatt (Anpfiff 18.00) war bisher für die Gäste jeweils wenig zu holen. Nach dieser langen Durststrecke der Erfolgslosigkeit wäre ein „Pünktchen“ doch sehr viel Gold wert. Ansonsten muss der Roman von Erich Käster „Pünktchen und Anton“ wohl in die Liste der Bettlektüren aufgenommen werden?

FC Wolhusen - FC Altbüron-Grossdietwil 0:6 (0:3)

Sonntag, 6. Mai 2018, 14.00 Uhr
Blindei, Wolhusen
120 Zuschauer

Tore

22. 0:1 Luigi Fedele

28. 0:2 Mike Iskandar

45+1 0:3 Marcel Koller

46. 0:4 Luigi Fedele

64. 0:5 Luigi Fedele

84. 0:6 Marc Oetterli

FC Wolhusen

David Wicki, Adrian Brunner (41. Oliver Röösli), Michale Wirz, Roland Burri (68. Marc Niederberger) Livio Imfeld (83. Roland Burri), Dario Marti (86. Angelo Zimmermann), Nikson Tomaj (55. Thomas Burri), Dominik Röösli, Reto Wicki (75. Felix Kopp), Jonas Wicki, Angelo Zimmermann (64. Kevin Küng)

FC Altbüron-Grossdietwil

Cédrice Häfliger, Sven Geiser, Bruno Heiniger, Thomas Peter, Andreas Hofer, Marcel Koller (62. Lukas Imbach), Cyrill Bossert (72. Kilian Affentranger), Shkelzen Alusi, Ferat Ogjaj, Luigi Fedele (72. Marc Oetterli), Mike Iskandar (66. Adriatik Alusi)

Dario Marti mit der Chance zur Führung für Wolhusen
Cédrice Häfliger behändigt den Schuss von Marti
Sven Geiser blockt den Ball von Jonas Wicki
Indirekter Freistoss im Wolhuser Strafraum
Burri Roland im Zeikampf mit Luigi Fedele
Torwart David Wicki wehrt sich gegen Marc Oetterli
Das halbe Dutzend ist voll, Marc Oetterli trifft zum Schlussresultat