3. Liga
Wolhusen geriet nach Führung von der Rolle

Von Kurt Schöpfer

Vielleicht zu früh und zu leicht kamen die Platzherren gegen aufsässige Gäste zur Führung? In der Startphase deute nämlich vieles auf einen weiteren Sieg der Wolhuser hin. Je länger die Partie dauerte umso mehr kamen die Wolhuser von der Rolle, wie wenn jemand einen Schalter gekippt hätte? Oder war daran gar der Saharastaub schuld? Liberat Gashi skorte gleich doppelt und bescherte so seinem Team einen nicht unverdienten Sieg.

Bei prächtigem Frühlingswetter vermochte einzig der Saharastaub die Fernsicht ein wenig zu trüben. Die Gäste aus dem Wiggertal hatten sich vor Ostern beim 6:0 Sieg über Gunzwil für diese Partie richtiggehend warm geschossen, während sich die Einheimischen, wetterbedingt eine längere Spielpause gönnen mussten. Von Beginn an spürte man, dass beide Teams sehr heiss waren und strotzend vor Energie auf diesen Spieleinsatz brannten. Erstaunlicherweise erwischten die Gastgeber einen ausgezeichneten Start ohne grössere Abtastphase, obwohl die Spielpraxis doch schon eine längere Zeit her war. Bemerkenswert spielten sie sich Einheimischen über die Flügel jeweils nach vorne. So in der 8. Spielminute als Jonas Wicki von links zur Mitte passte, wo sich Marc Niederberger in den Ball schmiss und diesen in der weiter entfernen, rechten Torecke an Michael Lötscher vorbei einnetzte. Noch vor Ablauf der Startviertelstunde hätte der Torschütze gar zum zweiten Mal reüssieren müssen. Der Ex Schötzer brachte aber den Ball im Anschluss an die Kopfballvorlage von Alain Brunner, nicht im Gästegehäuse unter. Bis zur ersten nennenswerten Aktion der Gäste, in Wolhuser Tornähe, dauerte es rund zwanzig Minuten, ehe sich die Schötzer Nr. 20 Oliver Frey in der sich auf der Hut befindenden Wolhuser Abwehr verfing. Ein Foul an der Mittellinie, an David Bieri, liess der sehr gut arbitrierende Schiedsrichter Demir Pehlül zum Unmut einiger, nicht nur Zuschauer ungeahndet weiterlaufen. Daraus resultierte, dass Liberat Gashi am hinteren Fünfmetereck sich den Wolhuserverteidiger im Zweikampf abschüttelte, drehte und via Bein des andren Wolhuserverteidigers zum Ausgleich traf. Daraufhin zückte der Unparteiische die Gelbe Karte an die Adresse von Jonas Wicki. Diese Aktion passte irgendwie bezeichnend für die vorangegangenen Minuten, in denen die Platzherren je länger je mehr von der Rolle kamen. Es war als hätte sich der Saharastaub im Getriebe der Wolhuser bemerkbar gemacht. Mal für Mal gerieten die Pässe zu ungenau und ermöglichten Schötz immer wieder sich in den Angriff einzuschalten. Dazu passte, dass Alain Brunner seinen Schuss kurz vor dem Pausenpfiff um Haaresbreite am rechten Pfosten vorbei setzte. Wenigstens trösteten die feinen „Wurstdüfte“ über das verpasste hinweg. Während die Akteure beim 1:1 Pausenstand die Kabinen aufsuchten wurden Marlys und Eugen Felder am Essenstand richtiggehend belagert. Ja, ja es war schon eine gefühlte Ewigkeit her seit dem letzten Heimspiel um eine der feinen „Bratwürste“ Munden zu lassen.

Gashi tankte sich durch Abwehr wie Butter
Frisch gestärkt betraten die Kontrahenten den Rasen. Statt dass die Einheimischen die sehr tief stehende Abendsonne gegen das Tor von Michael Lötscher ausnutzen konnten, blieb es beim kleinen Strohfeuer, welches Jonas Wicki übers Tor setzte (47.) Anders hingegen die Aktionen der Gäste, welche das Spielgeschehen möglichst weit weg von ihrem „besonnten“ Gehäuse verlagerten. In dieser Phase der Partie agierten besonders Oliver Frey, David Bieri und Liberat Gashi, welche immer wieder die Wolhuser Abwehr durcheinander wirbelten. Diese besass in der 56. Minute einige Möglichkeiten den Ball aus der Gefahrenzone zu bugsieren. Letztendlich blieb der Ball in der gefährlichen nähe am Strafraum heiss. Mit einigem nachsetzten tankte sich Liberat Gashi durch die Wolhuser Abwehr, wie durch Butter und Skorte zum 1:2. Die Einheimischen standen nun mit dem Rücken zur Wand und starrten sich lethargisch an. Augenblicke vor Ablauf der Spielstunde besass Doppeltorschütze Gashi erneut die Chance das Skore gar noch zu erhöhen. Der Schuss zischte knapp übers von David Wicki sonst gut gehütete Tor. Die Platzherren versuchten vergeblich den Schalter der Anfangsphase wieder zu finden. Fehlpässe um Fehlpässe hinderten sie daran in den entscheidenden Spielaufbauten mehr gefahrenpotential zu vermitteln. Mit wechseln hüben wie drüben versuchten die Teamverantwortlichen den Rhythmus der Partie zu ändern. Die einen um mehr Effizienz zu erzielen, die andren um den Spielaufbau zu brechen. Dass die Partie auf einem weichen, tiefen Terrain zunehmend an den Kräften zehrte, bezeugte die mit Beinkrampfbedingte Auswechslung des Doppeltorschützen in der 81. Minute. Den Sack der Partie zu schnüren verpasste Leke Dushi in der 85. Minute, als er den Foulpenalty am rechten Torpfosten vorbei setzte. Die Wolhuser versuchten dank diesem Geschenk, den noch möglichen Ausgleichstreffer zu erzielen. Mal von der Rolle geraten, fand die Blindei-Elf nicht mehr das geeignete Rezept um der Partie einen Wende zu geben. Die Gäste aus dem Wiggertal haben auf Grund des gezeigten den Sieg verdient und führten nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Pehlül den gemeinsamen Freudentanz auf.

Schützenberg und Schlottermilch
Die Wolhuser müssen nun davon träumen am Dienstagabend, im Anschluss an die Nachtragspartie im Derby in Ruswil (Anpfiff 20.00 Uhr) ebenfalls einen Freudentanz aufzuführen. Schötz wird es recht sein, wenn die Kräfte der Ruswiler strapaziert werden, denn am Freitagabend um 20.00 Uhr empfangen sie die Rottaler zum Gipfeltreffen im Wiggertal. Wolhusen muss versuchen die „Abwärtsspirale“ in Sursee zu stoppen. Ob dies auf dem „Schlottermilchrasen“ gelingt wird die Partie am Sonntag 15. April beweisen. Um 14.30 Uhr wird die Partie von Valerio Zanini freigegeben.

FC Wolhusen - FC Schötz II 1:2 (1:1)

Samstag, 7. April 2018, 18.00 Uhr
Blindei, Wolhusen
150 Zuschauer

Tore

08. 1:0 Marc Niederberger

30. 1:1 Liberat Gashi

56. 1:2 Liberat Gashi

FC Wolhusen

David Wicki, Adrian Brunner (70. Reto Wicki), Michael Wirz, Roland Burri, Livio Imfeld (86. Dario Marti), Daniel Brunner, Alain Brunner, Nikson Tomaj (86. Oliver Röösli), Marc Niederberger (73. Angelo Zimmermann), Kevin Küng (78. Dominik Röösli), Jonas Wicki

FC Schötz II

Michael Lötscher, Matthias Achermann, Yannick Bühler, Manuel Roth, Elia Lustenberger, Leke Dushi, Nando Bühler, David Bieri (77. Sandro Riciliano), Liberat Gashi (81. David Bieri), Endrit Rexhepi (70. Noa Tschopp) Oliver Frey (83. Simon Lustenberger)

Nando Bühler und Nikson Tomaj im Kampf um den Ball
David Wicki pflückt sich den Ball
Zweikampf vor der 1:2 Führung durch Liberat Gashi
Liberat Gashi verpasst den Führungsausbau
Michael Wirz und Oliver Frey im Luftkampf
Seppi Kränzli, ein treuer Fan auch noch mit 90 Jahren. Definitiv ein Klassiker!