3. Liga
Spannendes Derby mit Blindeielf als Sieger

Von Kurt Schöpfer

Torwart David „Schmadtke“ Wicki flog einige Male durch den Wolhuser Abendhimmel und holte damit für die Blindeielf die Kastanien aus dem Feuer. Gast Ruswil bekundete zu Beginn Mühe mit der Spielweise der Platzherren. Diese gingen durch Tore von Alain Brunner und Michael Wirz mit 2:0 in die Pause. In der Reprise dominierte eigentlich nur noch Gast Ruswil. Diese versiebten phasenweise tolle Chancen im Minutentakt und so resultierte nur der Anschlusstreffer von Fabian Florin Mitte der zweiten Halbzeit.

Alain Brunner ab durch die Mitte
Eine gefühlte Ewigkeit ist es her, als sich die beiden Kontrahenten das letztemal auf dem Blindeirasen gegenüberstanden. Beflügelt durch die Auftaktsiege trafen zwei vor Selbstvertrauen strotzende Teams aufeinander. Dabei wurde die Favoritenrolle den Gästen aus dem Rottal zugesprochen. Schliesslich gelten sie als einer der meistgenannten Gruppensieger. Diese Vorschusslorbeeren schienen die Mannen von Trainer Nuaj Wilson in der Startphase zu hemmen. Matthias Bühlmann musste in den Startminuten die Einzelaktion von Alain Brunner in extremis bereinigen. Wenig später setzte Karim Kramer einen Kopfball um Haaresbreite übers Tor von Fabian Schärli. Auf der Gegenseite prüfte Luca Reichmuth mit einem Distanzschuss die Reflexe von Antipode David Wicki. Dem Start furioso, in welchem beide Teams ein horrendes Tempo anschlugen, folgte eine längere Phase des Abtastens. Mitte der ersten Halbzeit verlor Lars Lötscher einen Ball in der Abwehrzone ausgerechnet an den Doppeltorschützen von vergangener Woche. Der sich in beneidenswerter Form befindende Alain Brunner liess sich nicht zweimal bitten und drang durch die Mitte vor das Tor von Fabian Schärli, welcher anschliessend den Ball aus dem Netz pflücken musste. Die Führung der Platzherren passierte kurz vor der durch Schiedsrichter Markus Felber aus Meggen angeordnete Trinkpause. Diese liess die Akteure bei sehr hohen Temperaturen für einen Augenblick durchatmen. Lars Lötscher versuchte kurz nach Wiederaufnahme des Spieles mit einem Weitschuss seinen Lapsus zu korrigieren, fand aber den Wolhuser Schlussmann auf dem Posten. Praktisch im Konter tankte sich Alain Brunner durch die Gästeabwehr und war von Pascal Räber nur noch Regelwidrig von den Beinen zu holen. In Anwendung der neuen Regel beliess es der Unparteiische bei der gelben Karte und dem Strafstoss für die Wolhuser. Michael Wirz liess sich die Chance vom Punkt aus nicht entgehen und brachte die seinen Farben mit 2:0 in Front. Verdutzt rieben sich da einige die Augen, lagen doch die vermeintlichen Underdogs mit zwei Längen in Front. Daran vermochten die Abschlussversuche von Pascal Lang und Tim Steffen kurz vor dem Pausentee nichts mehr am Halbzeitstand von 2:0 zu ändern. Bei der letzten Aktion vor dem Pausenpfiff verletzte sich Daniel Brunner und musste für den zweiten Spielabschnitt Forfait erklären.

Chancen im Minutentakt versiebt
Durch die verletzungsbedingte Umstellungen im Wolhuser Team und der Einwechslung von Fabian Florin bei den Gästen entwickelte sich eine ganz andre Spielweise. Dass es sich um ein typisches Derby handelte hörte man lautstark an den Anfeuerungsrufen von ausserhalb. Die Kommentare bestätigten die aufkommende Nervosität und schlugen sich im „Gelb“ Foul von Edison Krasniqi nieder. Wenig später holten die Teamverantwortlichen Pipo Diethelm/ Claudio Imfeld vorsorglich den rotgefährdeten Akteur vom Platz, riskierten aber durch den Wechsel einige Unpässlichkeiten im Abwehrverhalten. Über links aussen hebelten die Gäste durch einen Steilpass von Timon Schöpfer auf Pascal Lang die ganze Wolhuser Hintermannschaft aus den Angeln. Den klugen Querpass zur Mitte verwertete Joker Fabian Florin in der 73. Minute gekonnt zum 2:1 Anschlusstreffer. Ab diesem Zeitpunkte spielten praktisch nur noch die Gäste. Fast im Minutentakt Versiebten sie nun hochkarätige Chancen.

Flieger David Wicki holte Kastanien aus dem Feuer
Lang und Florin besassen nur wenige Zeigerumdrehungen nach dem Anschlusstreffer die ersten Chancen zum Ausgleich. Diesen verhinderte Torwart David Wicki in der 78. Minute in bester Flugmanier, auf einen Schuss von Heinrich „Spidu“ Meier. Mirakulös drehte er das Leder um den Pfosten. Wenige Augenblicke später vereitelte Wolhusens Schlussmann einen Abschlussversuch von Adrian End. Die Schlussoffensiver lancierte Lars Lötscher mit seinem Scherenschlag, bei welchem er das Wolhusergehäuse nur um wenige Zentimeter verpasste. Den Gästen lief nun je länger je mehr die Zeit davon, während die Einheimischen sich langsam vom Spiel mit dem Feuer erholten. Obwohl der Unparteiische einige Minuten nachspielen liess, vermochten die Gäste den verdienten Ausgleich nicht mehr zu realisieren. Wolhusen welches zu Beginn der Partie den besseren Part spielte und logischerweise dem hohen Tempo etwas Tribut zollte, vermochte den Tore Vorsprung dank eines glänzend disponierten Torwart David Wicki über die Distanz zu retten.

Spitzenkampf und Punkteloser Aufsteiger
Während Gast Ruswil am kommenden Wochenende den Punktelosen FC Zell auf dem heimischen Schützenberg empfängt, reist der FC Wolhusen ins Wiggertal zum FC Schötz II. Dabei wird sich im direkten Spitzenkampf weisen, welchem Team der Saisonauftakt perfekt gelungen ist?

FC Wolhusen - FC Ruswil 2:1 (2:0)

Samstag, 26. August 2017, 18.00 Uhr
Blindei, Wolhusen
300 Zuschauer

Tore

24. 1:0 Alain Brunner

32. 2:0 Michael Wirz

73. 2:1 Fabian Florin

FC Wolhusen

David Wicki, Cyrill Marbacher, Daniel Brunner, Michael Wirz, Roland Burri, Edison Krasniqi, Nikson Tomaj, Dominik Röösli, Kraim Kramer, Alain Brunner, Jonas Wicki (Adrian Bachmann, Kevin Küng, Oliver Röösli, Patrick Zurkirchen)

FC Ruswil

Fabian Schärli, Parcal Räber, Lars Lötscher, Joel Günter, Timon Schöpfer, Luca Reichmuth, Matthias Bühlmann, Tim Steffen, Adrian End, Heinrich Meier, Pascal Lang (Fabian Florin, Livio Spaar)

Der Ruswiler Heinrich Spidu Meier in Aktion
Pascal Lang gegen Cyrill Marbacher
Torwart David Wicki pflückt sich das Leder vor Lars Lötsche
Der Wolhuser Nikson Tomaj setzt sich gegen Tim Steffen durch
Die Wolhuser (Karim Kramer) überspringen Hürde Ruswil (Luca Reichmuth)
Ein temporeiches Derby