3. Liga
Wolhusen überwintert zweistellig

Von Kurt Schöpfer

In einer vor Nervosität strotzenden Partie jubelten zuerst die Platzherren, ehe das Glück bei den Gästen gleich haufenweise einkehrte. Fortuna war an diesem Abend wohl Wolhuserfan und bescherte den Gästen gleich Weihnachten und Silvester zusammen? Nach zweimaligem Rückstand und trotz vergebenem Elfmeter (Lopes Teixeira hält Penalty von Imfeld) bezwang die Schumacher Elf die Seetaler mit 4:2 und Überwintert nun doch noch im zweistelligen Punktebereich. In dieser Zweiklassengesellschaft werden beide Kontrahenten im Frühling sich mit den anderen Teams der unteren Tabellenhälfte um die Abstiegsplätze duellieren.

Frischkopf entwischte
Auf dem Sportplatz Hegler traten die Einheimischen mit geschwellter Brust an. Mit dem 4:2 Sieg vor Wochenfrist in Schüpfheim schlossen sie Punktemässig zum Gast aus Wolhusen auf. Die Moralspritze des Sieges sollte zu Hause in zählbares umgemünzt werden. Zwar schien es, dass die Gäste vom Emmenknie den besseren Start erwischten und dies Optisch mit dem ersten Eckball verdeutlichten. Praktisch im Gegenzug erwies sich die Wolhuser Abwehrkette jedoch löchrig wie Emmentaler Käse. Sandro Frischkopf entwischte und Heinz Schumacher holte ihn im Strafraum, von Hinten von den Beinen. Die Logische Folge der Pfiff, des Unparteiischen Elias Atici, aus Basel. Patrick Herzog liess sich vom Punkt aus nicht zweimal bitten, verlud Torwart Martin Amhof und schob zur Führung links unten ein. (7. 1:0) Dem Ausgleichstreffer am nächsten kam Claudio Imfeld, welcher seinen gefühlvollen Freistoss in der 10. Minute von Torwart Teixeira pariert sah. Mit Ablauf der ersten Spielviertelstunde prüfte Ernst Heer erneut die Reflexe von Torwart Fabio Lopez Teixeira (15). Was in einem ersten Versucht nicht klappte folgte für Ernst Heer kaum eine Zeigerumdrehung später. Der Eckball von der rechten Eckballfahne verwandelte er per Kopf zum 1:1 Ausgleich. Heer musste dabei aber einiges am Rücken einstecken, welches ihn in der Anfangsphase der Reprise zur Aufgabe zwang.

Fabio Lopes Teixeira pariert Elfmeter
Die von beiden Teams sehr nervös geführte Begegnung lenkte der Unparteiische mit zwei raschen gelben Karten an die Adresse von Heinz Schumacher und Tom Kollaku in die richtigen Bahnen. In die Fehlpassorgie fand ein Zuspiel Fabian Marti in der Sturmspitze. Diesmal wusste sich die Verteidigung von Hitzkich nur mit einem Foul zu helfen. Claudio Imdeld legte sich den Ball zurecht, scheiterte aber mit seinem Versuch am Einheimischen Keeper, bekam durch den Abpraller gleich die zweite Chance serviert und scheiterte erneut am Reflexschnellen Fabio Lopes Teixeira (30.) Die Platzherren besassen ab diesem Zeitpunkt zwar mehr Feldanteile, aber trotz nahendem Pausentee waren beide Teams noch immer sehr Nervös. Dafür durften sie bei besten äusseren Bedingungen sich in den Kabinen die Taktik für den zweiten Spielabschnitt genau überlegen.

40 Sekunden bis zur Führung
Kaum wieder auf dem Rasen jubelten erneut die Einheimischen. Diesmal setzte sich Hitzkirch über die rechte Aussenbahn durch. Der vors Tor gezogene Ball verwertete Albin Balaj in der 46. Minute. Die Schumacher / Bürkli Elf Stand nun vor einer sehr heiklen Aufgabe. Jetzt bedurfte es einem besonderen Effort um das Spiel nach ihrem Gusto zu drehen. Zum Glück zielte Michael Winiger übers Torgehäuse, als er den ersten Abschlussversuch von Ramon Poletti erbte. Obwohl die Angriffsversuche der Gäste weiterhin Bruchstückhaft ausfielen gelang ihnen mit Ablauf der Spielstunde der Ausgleich. Reto Wicki, mit einem wunderbaren Diagonalpass, auf der linken Strafraumecke lanciert, liess Lopes Teixeira für einmal nur das Nachsehen. Der Ausgleich zum 2:2 war etwas wie eine Initialzündung. Von nun an schien sich Göttin Fortuna für die Wolhuser entschieden zu haben. Dem gefälligen Angriff über rechts von Roland Burri ausgehend folgte eine Flanke vors Tor wo zuerst Hitzkirch den Ball abfälschte, ehe Jonas Wicki goldrichtig stand und zur erstmaligen Wolhuserführung in der 66. Minute vollstreckte.

Kopfballtor vom Feinsten
Die Führung beflügelte die Wolhuser auf besondere Weise. Hitzkirch seinerseits begann nun zu hastig zu agieren und war wiederum sehr nervös in seinen Aktionen. Die Leistungssteigerung welche sich in den letzten Partien bei den Gästen gegen Sempach und Entlebuch ankündigte fand nun in diesem Spielabschnitt seine Fortsetzung. Es Folgte ein Mustergültiger Angriff über rechts. Karim Kramer zog an der Aussenbahn entlang und Flankte Zentimetergenau auf den Kopf von Fabian Marti. Dieser zirkelte den Ball per Kopf am verdutzten Lopes Teixeira vorbei in die Maschen. Bei diesem wundervollen Angriff rieb man sich zweimal die Augen und glaubte zu träumen? Besser kann eine Flanke nicht geschlagen werden und das Kopfballtor war vom feinsten. Während sich die Gastgeber konsterniert ansahen und den Doppelschlag nur schwer verdauten, bot sich Alain Brunner der endgültige KO Schlag. Der Schuss zischte aber aus der Drehung knapp am rechten Pfosten vorbei.

Schulterluxation von Alban Mulaj
Die Einheimischen haderten mit dem Schicksal. Mit zwei Toren im Rückstand wollte ihnen nicht mehr viel gelingen. Zu allem Übel erlitt Alban Mulaj in einem Zweikampf eine Schulterluxation. (Alle wünschen dem Pechvogel gute Genesung) und der Spielunterbruch in der 84. Minute brach den Spielrythmus vollends. Ab diesem Zeitpunkt waren die Karten gemischt. Die Abwehrreihe von Heinz Schumacher organisiert geriet nun kaum mehr in Bedrängnis. Einzig der etwas hart geahndete Freistoss hätte bei einem Erfolgreichen Abschluss noch was bewirken können. Die Euphorie des Sieges in Schüpfheim vermochte das Heimteam von Trainer Mesut Gündem zu wenig zu beflügeln. Der Heimauftritt schürte die Erwartungen zu Hoch und hemmte während der ganzen Partie, was zu einer schwerwiegende Hypothek wurde. Aus Sicht der Gäste verlief das Spiel plötzlich wie von einem andren Stern. Die sich bietenden Chancen wurden für einmal resolut genutzt. Klar sah man auch missratene Pässe auf fünf bis zehn Metern Distanz, aber mit dem nötigen Fortune und der guten Chancenauswertung vermochten die Gäste das Spielgeschehen zu drehen. Als Lohn dürfen die Wolhuser doch noch im zweistelligen Punktebereich überwintern. Entschieden wird die „Abstiegsrunde“ auf Grund der Tabellensituation aber sowieso erst im Frühling. Da erwartet die Schumacher / Bürkli Elf zum Auftakt mit Triengen und Malters ein Monsterprogramm auf welches sich das Team nun ganze fünf Monate vorbereiten kann. Für die Moral ist deshalb ein Positives Resultat ein sehr wichtiger Aspekt, welcher auf jeder Homepage über Monate zu bewundern ist.

FC Hitzkirch - FC Wolhusen 2:4 (1:1)

Samstag, 29. Oktober 2016, 18.00 Uhr
Sportplatz Hegler, Hitzkirch
100 Zuschauer

Tore

07. 1:0 Patrick Herzog (Penalty)

16. 1:1 Ernst Heer

60. 2:2 Reto Wicki

66. 2:3 Jonas Wicki

70. 2:4 Fabian Marti

FC Wolhusen

Martin Amhof, Claudio Imfeld, Heinz Schumacher, Ernst Heer, Roland Burri, Jonas Wicki, Alan Brunner, Reto Wicki, Karim Kramer, Fabian Marti, Nikson Tomaj, (Angelo Zimmermann, Oliver Röösli, Elias Häfliger, Patrick Zurkirchen)

FC Hitzkirch

Fabio Lopez Teixeira, Alban Mulaj, Tom Kollaku, Patrick Herzog, Michael Winiger, Sandro Frischkopf, Albin Balaj, Patrick Moura Dos Santos, Flavian Bucher, Raphael Wildisen, Ramon Poletti, (Manuel Kiesgen, Thomas Meier, Richard Buck, Roman Weibel, Colin Moos, Donato Tomasulo)

Ausgangspunkt zum Penalty. Sandro Frischkopf wird von den Beinen geholt
Nikson Tomaj beschäftigt das halbe Hitzkircher Team
Jonas Wicki hat für einmal das Nachsehen gegen Ramon Poletti
Da war der Ausgang der Partie noch offen
Nikson Tomaj am ausnahmsweise organgen Ball
Der spätere Unglücksrabe Alban Mulaj im Duell mit Nikson Tomaj und Jonas Wicki
Fabian Marti wird von den Beinen geholt