3. Liga
Wolhusen nur ein Schatten seiner selbst

Von Kurt Schöpfer

Die Gäste aus dem Wiggertal zogen den Wolhusern diesmal schon früh die Zähne. Ab dem frühen Führungstreffer durch Leonard Gashi, standen die Einheimischen im Schatten ihrer selbst und suchten diesen ohne Sonne während dem ganzen Spiel vergebens. Ein wunderschönes Freistosstor von Endrit Rexhepi lenkte die Partie schon vor der Pause in die Entscheidende Bahn. Für die Entscheidung sorgte Joker Jonas Bühler zum Auftakt der Schlussphase. Gast Schötz feierte um Spielertrainer Roger Felber einen verdienten Erfolg und tanzte zum Schluss zum Sieg auf, während die Platzherren im Moment nicht wissen wo ihnen der Kopf steht.

Im Vorfeld der Partie versuchten die Gastgeber, die seit der Rückrunde abwärtsdrehende Spirale zu stoppen und mit einem Sieg in die andre Richtung zu drehen. Schliesslich gastierte mit Schötz ein Art „Lieblingsgegner“ auf der Blindei. Seit dem gemeinsamen Aufstieg in der Saison 10/11 siegten die Wolhuser bei neun Begegnungen sechsmal und spielten die beiden letzten Begegnungen Remis. Die einzige Niederlage datierte vom 31. August 13 und war das 1:0 in Schötz. Auf der Blindei mussten sich die Wolhuser dem Gast schon lange nicht mehr beugen. Doch diesmal stand die Partie unter ganz anderen Vorzeichen. Gast Schötz eroberte bereits sieben Punkte in vier Partien, während es die Platzherren in dieser Zeit gerademal auf zwei Zähler brachten. Der „Lieblingsgegner“ präsentierte sich diesmal alles andre als lieblich und zog mit dem Führungstreffer durch Leonard Gashi, welcher die ganze Wolhuser Hintermannschaft düpierte, schon früh den Zahn der Bissigkeit. Auf tiefem, schwerem Terrain blieben die Bemühungen der Einheimischen schon früh hängen, wie Nikoll Prenka, welcher sich selber das Bein verdrehte und daraufhin die Segel verletzungsbedingt streichen musste. Mit der gelben Karte an die Adresse von aktiv Leader Alain Brunner verloren die Gastgeber weiter an Biss, den von da an durfte er sich kaum noch einen echten Zweikampf leisten. Spielerisch dominierten im Verlaufe der ersten Halbzeit eigentlich nur die Gäste aus dem Wiggertal. Dirigiert vom glänzend aufgelegten Roger Felber verbrachte Torwart Michael Lötscher einen geruhsamen Abend. Er hätte in dieser Zeit durchaus einen Sack Kohle an seine Stelle setzen können, denn der Schlussmann brauchte kaum einmal die Kohle aus dem Feuer zu holen. Gegen Ende des ersten Spielabschnittes kam Wolhusen besser in die Partie, hatte aber grosses Glück, dass Joel Jordi den Konter, auf Pass von Endrit Rexhepi nicht im Tor unterbrachte. (37.) Wenig später krönte sich der Schötzer Passgeber gleich selber zum König, zum Freistosskönig. Mit einem wunderbaren Schuss über die Wolhuser Abwehrmauer zimmerte er den Ball ins linke Lattenkreuz zum Pausenresultat von 0:2 (41.) In der Zeit der Katakomben aufsuche hofften die spärlich erschienen Einheimischen Fans auf eine Art „Liverpooler Wunder“ aber nur ein rotes Dress reicht wohl nicht dazu aus? So genossen diese wenigstens die fein mundenden Grilladen von Marlys Felder und Co.

Gashi versiebte Chancen im Multipack
Was der Schötzer Sturmspitze Leonard Gashi zu Beginn der Partie gelungen war, hätte dieser in den Startminuten der zweiten Halbzeit im Multipack, wiederholen und vollstrecken können. Es war der reflexschnellen Handabwehr von Torwart Martin Amhof zu verdanken, dass die Gäste nicht vorentscheidend davon zogen. Bei den Platzherren befand sich nicht Sand sondern schon fast „Schotter“ im Getriebe, als diese in der 53. Minute beinahe ein Eigentor produzierten und ihren Schlussmann ungewollt auf die Probe stellten. Mit Ablauf der Spielstunde verpasste Wolhusens Fabian Marti eine Chance zum Anschlusstreffer, doch sein Schuss landete genau bei Torwart Lötscher, welcher keine Mühe bekundete das Leder zu bändigen. Dass Leonard Gashi mit seiner x-ten und letzten Chance zum Abschluss am Hinterteil von Adrian Bachmann scheiterte, war schon bezeichnend für diese Partie, wer der beiden Teams an diesem Abend die „A-Karte“ gezogen hatte? Gastgeber Wolhusen versuchte sprichwörtlich, das auslassen der vielen Gäste Torchancen zu strafen, was bei Nixon Tomajs Schuss beinahe glückte (75). In die Schlussoffensive der Wolhuser entwischte der zuvor eingewechselte Jonas Bühler der Wolhuser Abwehr. Sein Sololauf scheiterte in einer ersten Phase an Torwart Amhof, welcher sich ihm in die Füsse warf, ehe Bühler der Ball nochmals vor die Füsse kullerte und schlussendlich zum 0:3 in den Maschen der Blindei Elf landete. (78.) Praktisch im Gegenzug gelang Nixon Tomaj auf Vorarbeit von Alain Brunner das Tor zum 1:3. Dieser Treffer zündete bei den Platzherren ein kleines Strohfeuer, in welchem die beiden Akteure, je die Chance des Anschlusstreffers und damit eine Skore Verbesserung per Kopf verpassten. Dirigent Felber orderte seine Vorderleute an, die Defensivarbeit nicht zu vernachlässigen und die Angriffe der Wolhuser, wie auch immer zu unterbinden, was in eine kurze hektische Phase führte. Den Sack der Partie schnürte kurz darauf Luca Frey endgültig. Herrlich mit der Brust angenommen verwertete der Schötzer Youngster, in der 88. Minute, aus der Drehung heraus das Leder in der linken unteren Torecke zum 1:4. Die Gäste durften den erfolgreichen „Entlebuchertrip Abschluss“ feiern. Nach dem Punktegewinn in Schüpfheim und dem Sieg in Entlebuch, entführten die Wiggertaler bereits den siebten Punkt aus der Region. Bei Wolhusen hat die Abwärtsspirale eine gefährliche Dimension angenommen. Als „ungeschlagener“ Wintermeister in die Rückrunde gestartet, setzte es bereits die dritte Niederlage im fünften Spiel ab. Die Gäste, welche zum Rückrundenstart mit zwölf Punkten Rückstand auf die Gastgeber starteten, verkürzen den Abstand bis dato gerademal noch auf vier Punkte und stehen nun den um Rang für Rang durchgereichten Wolhusern im Nacken.

Derby zur Befreiung
Am kommenden Samstagabend bietet sich den gebeutelten Wolhusern die Chance zur Rehabilitierung. Auswärts beim Spielgemeinschaftspartner Malters müssen die Mannen von Spielertrainer Heinz Schumacher versuchen das Ruder im Derby herumzureissen. Die Malterser Reserven sind aber ein unbequemer Kontrahent, was sie im Freundschaftsspiel schon unter Beweis stellten. Dieses um 19.45 Uhr auf dem Sportplatz Oberei beginnende Spiel wird wegweisend für den weiteren Verlauf der Rückrunde sein. Die sich in einem Lauf befindenden Schötzer empfangen bereits am Donnerstagabend den Gast Sempach auf dem Sportplatz Wisshusen.

FC Wolhusen - FC Schötz II 1:4 (0:2)

Samstag, 16. April 2016, 18.00 Uhr
Sportplatz Blindei, Wolhusen
90 Zuschauer

Tore

03. 0:1 Leonard Gashi

41. 0:2 Endrist Rexhepi

79. 0:3 Jonas Bühler

80. 1:3 Nikson Tomaj

88. 1:4 Luca Frey

FC Wolhusen

Martin Amhof, Roland Burri, Adrian Bachmann, Christoph Wicki, Claudio Imfeld (80. Valmir Hajrullahu), Alain Brunner, Heinz Schumacher, Nikoll Prenka (17. Jonas Wicki), Reto Wicki (74. Angelo Zimmermann), Fabian Marti, Nikson Tomaj

FC Schötz II

Michael Lötscher, Roger Felber, Elia Lustenberger, Yannick Bühler, Manuel Roth, Endrit Rexhepi, Sandro Huwiler, Joel Jordi (57. Jonas Bühler), Leke Dushi, Michal Erni (88. Joao Ricardo Silva Cardoso), Leonard Gashi (66. Luca Frey)

Elias Lustenberger im Duell mit Reto Wicki
Nikson Tomaj am Boden beobachtet von Gashi, Christoph Wicki und Rexhepi