3. Liga
Wolhusen setzt Sieg an Torumrandung

Von Kurt Schöpfer

In einer unterhaltsamen und sehr fairen Partie trennte sich die Blindeielf mit einem Remis von den Wiggertalern aus Nebikon. Neben den beiden Toren von Alain Brunner und Simon Bisang trafen die Akteure nicht weniger als 4x die Torumrandung. Wolhusen mit drei Aluminiumtreffern setzte den möglichen Sieg optisch und akustisch an die Torbegrenzung und wartet nach drei Rückrundenpartien weiterhin auf den ersten Sieg. Gast Nebikon sorgt mit dem vierten Punkt in der Rückrunde für ein weiteres, positives Zeichen im Kampf um den Abstieg.

Die mit Spannung erwartete Partie zwischen der gastgebenden Blindeielf und den Gästen aus Nebikon begann von der Spielfreigabe des starken Schiedsrichters Paul Kaufmann aus Rothenburg, sehr unterhaltsam. Bei besten äusseren Bedingungen, auf einem österlich, holprigen Rasen fanden beide Teams rasch zu ihrem Spiel. Symbolisch für die Unterlage versprang Timo Tschopp in der 11. Minute in aussichtsreicher Ausgangslage, vor Torwart David Wicki, der Ball vom Fuss. Auf der Gegenseite prüfte Nikoll Prenka in der 13. Minute mit einem satten Schuss die Stabilität der Querlatte. Dank der tollen Parade von David Wicki, welcher wieder mal das Wolhusertor hütete, vereitelte er eine Einschussmöglichkeit von Martin Hodel (21.) Auf der Gegenseite verpasste Christoph Wicki per Kopf eine Chance zur Führung. Wie ein Pendel wechselten sich die Szenen vor den beiden Strafräumen ab. Den Schuss von Simon Bisang, einem Aktivposten der Gäste bändigte Wolhusens Schlussmann sicher. Das Glück beanspruchte David Wicki aber beim Pfostenschuss von Fabian Schürmann. Die Torumrandung verhinderte einen Rückstand der Platzherren, welche in der Summe der Chancen, mit dem Torlosen Remis, mit Ablauf der ersten halben Spielstunde, zufrieden sein durften. Das Team von Spielertrainer Ronny Bossert strotze dank des Sieges in Entlebuch vor Selbstvertrauen. Ein Missverständnis raubte den Gästen, in der 38. Minute die Ernte der Bemühungen, als Simon Bisang und Timo Tschopp die Chance verpassten. In dieser Aktion wäre einiges mehr möglich gewesen, als sich verdutzt anzusehen. Kurz vor dem Seitenwechsel trat Claudio Imfeld mit einem Freistoss in Erscheinung, jedoch herrschte zu viel Verkehr vor dem Tor von Nebikon Keeper Cedrice Häfliger, womit der Torlose Pausenstand in Stein gemeisselt werden konnte. Die gute gelaunten Zuschauerinnen und Zuschauer standen da bereits in der Schlange um eine der fein duftenden Filets im Darm zu erobern.

Führung viel buchstäblich in den Arm
Zum zweiten Spielabschnitt erschien für den „Sempachspiel Torschützen“ Valmir Hajrullahu, Nikson Tomaj auf Wolhuserseite, welcher versuchte das Gästeabwehr Bollwerk zu überwinden und sich sofort gut ins Mannschaftsgefüge einpasste. Mit dem Lattenkopfball kam diesem Vorhaben Claudio Imfeld in der 47. Spielminute sehr nahe. Wenig später fiel dafür Alain Brunner der Führungstreffer in der 56. Minute buchstäblich in den Arm. Die Eckballflanke von links segelte an Freund und Feind vorbei durch den Strafraum und traf Alain Brunner am hinteren Pfosten stehend zwischen Arm und Hüfte, von wo der Ball zur Wolhuserführung ins Nebikertor sprang. Endlich schien der Bann gebrochen zu sein. Die Einheimischen besassen nun die besten Momente um die Führung mit einem weiteren Treffer abzusichern. Auf Vorarbeit des über rechts durchgebrochenen Christoph Wicki setzte Nikson Tomaj den Ball vor dem leeren Tor an den linken Torpfosten und traf in der 58. Minute bereits zum dritten Mal für die Wolhuser die Torumrandung. Keine Zeigerumdrehung später donnerte Christoph Wicki mit Wucht den Ball in den dämmernden Abendhimmel. Dabei hätte ein kurzes antippen des Balles wohl mehr Erfolg versprochen, wie der Unglücksrabe im Nachgang die Szene selber Kommentierte. Die nächste Hundertprozentige Torchance versiebte erneut Nikson Tomaj, welcher mit vollem Risiko den Ball neben das Gehäuse von Häfliger setzte. (62.) Bei den Zuschauern löste diese Aktion Kopfschütteln aus und viele sprachen von: „Wenn sich das nicht noch rächen wird?“ Kurz darauf verabschiedeten sich gleichzeitig beide Nummern 18 in die Katakomben. Die Teams versuchten durch Auswechslungen dem Spiel neue Impulse zu geben. Nebikon welches auf die dreier „Abwehrkette“ umstellte und den Spielertrainer Ronny Bossert in den Sturm beorderte, versuchte das Remis zu bewerkstelligen.

Ausgleich via Pfosten, was sonst?
Die Abwehr der Gastgeber spielte ab und zu mit dem Feuer und liess sich unter Druck zu Fehlern verleiten. Einige Male ging dies gut. Bis zu dem Zeitpunkt als Ronny Bossert die Unachtsamkeit ausnützte und aus der Drehung heraus Simon Bisang in der Tiefe lancierte. Dieser enteilte auf der rechten Strafraumseite und schoss den Ball am herausstürmenden David Wicki vorbei Richtung langes Eck. Symptomatisch für das Spiel kullerte der Ball via Innenpfosten zum Ausgleich ins Wolhusertor (82.) Das auslassen der vielen Torchancen hatte sich für die Platzherren gerächt. Nebikon seinerseits erntete doch noch die Früchte seiner Anstrengung und sicherte diese mit der Umstellung auf die vierer „Abwehrkette“ wieder ab. Für ein Raunen sorgte die Aktion mit Heinz Schumacher, welcher kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit im Strafraum zu Fall kam. Den verdienten Auswärtspunkt kraulte sich Torwart Cedrice Häfliger, welcher in der Nachspielzeit einen ausgezeichnet getretenen Freistossball von Claudio Imfeld in der linken Torwartecke bändigte.

Weichenstellende Begegnungen
Am kommenden Wochenende reisen die Wolhuser ins Seetal und versuchen in Hitzkirch den ersten Rückrundensieg zu bewerkstelligen. Dabei treffen die aktuellen Remiskönige der 3. Liga Gruppe 3 aufeinander. Wolhusen teilte bisher sechsmal die Punkte mit den Kontrahenten, während die Seetaler fünfmal die Punkte teilten. Logischerweise trennten sich die beiden Teams in der Vorrunde auf der Blindei im Herbst mit einem 1:1. Ob es diesmal einen Sieger geben wird? Gast Nebikon empfängt zu Hause Sempach zum Showdown auf der Sportanlage Stämpfel.

FC Wolhusen - SC Nebikon 1:1 (0:0)

Samstag, 2. April 2016, 18.00 Uhr
Sportplatz Blindei, Wolhusen
120 Zuschauer

Tore

56. 1:0 Alain Brunner

82. 1:1 Simon Bisang

FC Wolhusen

David Wicki, Claudio Imfeld, Adrian Bachmann, Ernst Heer, Daniel Brunner, Christoph Wicki, Alain Brunner, Heinz Schumacher, Nikoll Prenka (71. Jonas Wicki), Karim Kramer (63. Fabian Marti), Valmir Hajrullahu (46. Nikson Tomaj),

SC Nebikon

Cedrice Häfliger, Fabian Hodel, Thomas Schwitter, Martin Hodel (71. Philipp Galliker), Fabian Schürmann, Ronny Bossert, Martin Lustenberger, Michael Steffen, Simon Leuenberger (63. Kevin Müller), Timo Tschopp (81. Mamede Massano Joao Pedro), Simon Bisang

Claudio Imfeld klärt vor Timo Tschopp
Die Wolhuser Nikson Tomaj und Daniel Brunner kommen sich in die Quere
Fussball-Ballet mit Ronny Bossert und Heinz Schumacher