3. Liga
Verhaltenes Derby lebte von der Spannung

Von Kurt Schöpfer

Das Derby endete mit einem gerechten Remis. Die Gäste waren in Halbzeit eins um das Tor effizienter, während die Platzherren in Hälfte zwei die besten Momente besassen. Das Duell lebte vorwiegend von der Spannung, welche besonders die Angreifer lähmte. Da beide Antipoden zu vorsichtig agierten, fehlten die gewünschten Torszenen, bei einem ansprechenden Spiel auf schwerem Terrain.

Janik Portmann stocherte Entlebuch in Führung
Im Vorfeld der Partie durften die Platzherren das Derby mit einiger Spannung erwarten. Die Gäste vom Farbschachen sind auf der Blindei ein gern gesehener Gast. Zudem traf in diesem Duell der 3. Liga Gruppe 3, der aktuelle Leader Wolhusen auf das Verfolgerteam. Beide Teamverantwortlichen versuchten ihre Teams auf Sieg zu trimmen, mit der Mutter als Vorsicht der Porzellankiste im Hintergrund. Die Startphase gehörte eher den Gastgebern welche um die vierte Spielminute gleich drei Eckbälle in Serie treten durfte. Zählbares schaute dabei jedoch nicht heraus. Dafür liessen sich die Zuschauer auf der „Emmenseite“ zählen. Es versammelten sich auf dieser Platzseite mehr Fussballinteressierte als an vielen andren Spielen um das ganze Spielfeld verteilt und dokumentierten damit die Derbystimmung auch Optisch. Diese sahen in der 12. Minute den ersten Nennenswerten Schuss der Gäste, mit Jan Achermann als Absender. Die beiden hochmotivierten Teams neutralisierten sich vorwiegend in der Mittelfeldzone. Der Defensive galt das grösste Augenmerk. Besonders Wolhusen versuchte die Radien der Gästestürmer um Goalgetter Michael Mahler einzugrenzen. Dies gelang bis Mitte der ersten Halbzeit ordentlich, bis erneut Jan Achermann mit einem satten Schuss, knapp übers Torgehäuse für ein Raunen unter den Gästefans sorgte. Bei der bis dahin grössten Chance war das schwere Terrain ein möglicher Grund für die Schussungenauigkeit. Die Hochnebellage und der Schattenwurf des Waldes sind die Hauptursachen für einen braunen Rasenschleier. Die Abwehrleute waren so im Verlaufe der Partie eher im Vorteil und den Schüssen der Angreifer raubte die Unterlage die Schusskraft, wie in der Szene als Jonas Wicki den Ball nicht an Keeper Marco Mathis vorbeibrachte (26.). Ein Patzer vom Wolhuser Mittelfeld brachte urplötzlich Michael Mahler auf der Höhe des rechten Fünfmeterraumes in Schussposition. Der erste Schussversuch oder Rundschlag von Mahler missriet, womit Torwart Martin Amhof, ins Leere geschickt wurde. Der zweite Versuch gelang halbwegs. Der vor das Tor gespielte Ball verpassten die Einheimischen Abwehrleute, aus der Gefahrenzone zu befördern. Janik Portmann stocherte erfolgreich nach dem Ball und beförderte diesen mit der Fussspitze über die Torlinie zur umjubelten Gästeführung. Der Bann schien gebrochen und in der Folge besassen die Entlebucher die besten Momente. Die Gäste waren im ersten Spielabschnitt um diese Pausenführung, das Effizientere Team. Ein Pfiff von Ronald Aeschbacher verhinderte das zweite Gästetor kurz vor dem Seitenwechsel und hielt damit die Einheimischen beim Gang in die Katakomben, weiterhin im Spiel.

Alain Brunner nickte zum Remis
Beide Teams nahmen unverändert den zweiten Spielabschnitt in Angriff. Wobei Angriffe vorerst Mangelware blieben. Hüben wie drüben waren keine Nennenswerten Aktionen vor den beiden Schlussmännern auszumachen. Ein erster Schuss aus der Distanz führte mit Ablauf der Spielstunde zu einem weiteren Eckball für die Platzherren. Der von der „Emmenseite“, zur Mitte geflankte Ball, köpfte Alain Brunner in seiner bekannten, kernigen Manier in die Maschen von Marco Mathis (1:1, 62.) Beide Teams waren sich nun nicht nur Resultatmässig ebenwürdig. Mit diversen Einwechslungen und Umstellungen versuchten die Coaches dem Spiel eine entsprechende Wende zu geben. Die gewünschte Reaktion blieb jedoch aus. Trotz der Brisanz blieb die Partie stets auf fairer Basis. Kein Wunder, trafen doch in Bezug auf die Strafpunkte die beiden Liga-Krösuse aufeinander. Bei Prellbällen mussten die Akteure aber trotzdem einiges einstecken, wie in der Szene kurz vor Schluss als Michael Mahler die entsprechende Pflege von Karin Jenni und Manuela Bieri in Anspruch nehmen musste. Die Begegnung lebte in den Schlussminuten besonders von der Spannung. Resultatmässig war jeder Ausgang im Bereich des Möglichen. Es hätte aber schon eines Patzers oder eines Missgeschicks bedurft um den eher mit Ladehemmung kämpfenden Angreifern ein Tor zu ermöglichen. Bei angehaltener Matchuhr verpasste Linus Bieri die letzte Nennenswerte Aktion ehe wenig später Schiedsrichter Ronald Aeschbacher die Begegnung mit seinem Schlusspfiff beendete. Die mit Brisanz erwartete Partie vermochte nicht das erhoffte Spektakel zu bieten, endete aber mit dem gerechten Remis Resultat. Gastgeber Wolhusen behält damit die Tabellenführung und den knappen Vorsprung auf Kontrahent Entlebuch.

Wer wird Wintermeister?
Zum Abschluss der Vorrunde reisen die Wolhuser auf den Sportplatz „Gersag“ zum FC Emmenbrücke. Entlebuch seinerseits feiert den Vorrundenabschluss mit einem Heimspiel gegen den FC Sempach auf dem Farbschachen. Auf Grund der knappen Ausgangslage wird der Wintermeistertitel, in Fernduellen entschieden. Algro muss dabei mit der vorgezogenen Partie am kommenden Donnerstag in Malters vorlegen. Wer die angebrochene „Winterzeit“ an der Tabellenspitze verbringen darf wird in der letzten Vorrundenpartie entschieden.

FC Wolhusen - FC Entlebuch 1:1 (0:1)

Samstag, 24. Oktober 2015, 18.00 Uhr
Blindei, Wolhusen
450 Zuschauer

Tore

33. 0:1 Janik Portmann

62. 1:1 Alain Brunner

FC Wolhusen

Martin Amhof, Claudio Imfeld, Adrian Bachmann, Ernst Heer, Christoph Wicki (70. Reto Wicki), Roland Burri, Alain Brunner, Heinz Schumacher, Jonas Wicki (78. Nikoll Prenka), Fabian Marti (71. Karim Kramer), Valmir Hajrullahu

FC Entlebuch

Marco Mathis, Remo Wigger, Christian Affentranger, Ivo Thalmann, Sandro Röösli, Marco Wigger (81. Adrian Wigger), Daniel Kaufmann, Jan Achermann, Pascal Vogel (69. Linus Bieri), Michael Mahler, Janik Portmann

Derbytime: Pascal Vogel, Ernst Heer, Heinz Schumacher
Kopfball von Wigger im FCW Strafraum
Goalgetter Michael Mahler bewacht von Claudio Imfeld
Jan Achermann fixiert den verdeckten Ball
Der Schuss von Ernst Heer wird beobachtet