3. Liga
Leader Wolhusen mit grandioser erster Halbzeit

Von Kurt Schöpfer

Mit einer besonders in der ersten Halbzeit überzeugenden Leistung, wies der Leader aus Wolhusen, die Gastgeber aus Hildisrieden in die Schranken. Im Verlaufe der zweiten Halbzeit bauten die Gäste, wie die Temperatur ab und überliessen den Einheimischen die Brosamen. Auffälligste Akteure waren Alain Brunner und Jonas Wicki, welche für drei der fünf Tore verantwortlich zeichneten und selber noch für Torvorlagen sorgten.

Brunner mit Fallrückzieher
Der Leader Wolhusen hatte seine Tabellenposition zwischen dem Sempacher- und Baldeggersee zu verteidigen. Genauer auf der Raiffeisen Arena Bogenhüsli in Hildisrieden, 645 m. ü. Meer. Die Mannen unter der Leitung von Heinz Schumacher und Miguel Hofstetter erwischten einen ausgezeichneten Start. Bei kühlen, aber für die Jahreszeit sehr guten äusseren Bedingungen fand die Partie unter dem Hochnebel statt. Die Gäste befinden sich nämlich Zurzeit ebenfalls im „Hoch“ und versuchten die Favoritenrolle in die Tat umzusetzen. Der Gastgebende HSV versuchte seinerseits nach drei Niederlagen in Serie wieder Boden unter den Füssen zu kriegen, konnte aber eine gewisse Verunsicherung nicht verbergen. Die Anweisungen von der Seitenlinie und die Kommandos auf dem Platz harmonierten nicht immer wunschgemäss. So bestimmten mehrheitlich die Gäste das Spielgeschehen. Die ersten Einschussmöglichkeiten wurden jedoch verpasst oder durch glänzende Paraden von Torwart Roman Feer vereitelt. In der 22. Minute setzte sich Wolhusens Fabian Marti erfolgreich gegen die HSV Abwehr durch und lies im Direktduell Torwart Feer das Nachsehen und bewerkstelligte die Gäste Führung. Der Leader spielte in dieser Phase, erstmals wie ein echter Leader und gestattete den Einheimischen kaum einmal gefährlich in Strafraumnähe aufzutauchen. Angriff um Angriff rollte Richtung „Hildi“ Tor. Mit einem Kunststück gelang Alain Brunner in der 35. Minute das 0:2. Sein etwas missratener Fallrückzieher reichte um Torwart Roman Feer zu düpieren und von dessen Händen kullerte der Ball zum Führungsausbau ins Netz. Die Gäste blieben weiterhin am Drücker und so ergab sich im Verlaufe des ersten Spielabschnittes ein ungleicher Arbeitstag für die beiden Schlussmänner. Während Martin Amhof kaum beschäftigt wurde musste sich Feer kurz vor dem Seitenwechsel bereits das dritte Mal bücken und hinter sich greifen, um einen Ball aus dem Netz zu fischen. Auf wunderschöne Vorarbeit von Bruder Reto Wicki, verwertete Jonas Wicki, dessen Hereingabe von der rechten Aussenseite, in der 44. Minute alleine vor dem HSV Torwart zum 0:3 Pausenstand.

Oliver Röösli mit Tore Debüt
Die Gäste liefen einige Minuten früher zum zweiten Spielabschnitt auf und wurden so von Hildisrieden in der Kälte etwas stehen gelassen. Diesen leichten Vorteil nutzten die Einheimischen zu ihren vorerst besten Aktionen. Marcell Wicki (48.) und Adrian Ineichen besassen gute Möglichkeiten zur Resultatveränderung. Zwischen der 51 und 54. Minute bekam Gäste Keeper Martin Amhof mehr zu tun als während der ganzen ersten Halbzeit. Wiederum Marcell, sowie Namensvetter Fabian Wicki prüften die Reflexe vom Wolhuser Torwart, fanden diesen aber auf der Höhe seiner Aufgabe. Mit dem Erreichen der Spielstunde lancierte Jonas Wicki, Alain Brunner, welcher das Skore mittlerweile auf 0:4 stellte. Die Verletzungsbedingte Auswechslung beim HSV sorgte für neuen Schwung im Angriff. Das gleiche versuchten die Gäste durch die Hereinnahme von Oliver Röösli, für den stets gut bewachten Goalgetter Valmir Hajrullahu. Der Youngster in den Reihen der Gäste stand wenige Minuten später goldrichtig. Die genaue Massflanke von Jonas Wicki beförderte Oliver Röösli per Kopf zum 0:5 ins Tor von Hildisrieden. Dieses Tor liess die Gäste nun etwas gar Sorglos agieren. Einwechselspieler Andre Elmiger nutzte die Nachlässigkeit in der Abwehrzone und bewerkstelligte das erste Tor der Einheimischen zum 1:5 (75.) Er läutete damit die Schlussphase ein, in welcher der Speaker eher Ironisch die Aufholjagd verkündete. Dem Wort folgten die Spieler auf dem Felde und waren plötzlich des Öftern vor Amhof anzutreffen. Severin Emmenegger düpierte die ganze FC W Abwehr und zog von der Strafraumgrenze in die nahe, linke Ecke ab und erwischte den Gäste Schlussmann zum 2:5. (83.) Wolhusen bekundete nun Mühe, sich aus der Umklammerung zu befreien. Einzig ein gewaltiger Schuss aus dem Hinterhalt, von Adrian Bachmann (85.) abgefeuert, sorgte nochmals für Torgefahr vor Roman Feer. Ansonsten waren es die Platzherren, welche in der immer kühler werdenden Abendtemperatur aufblühten, während bei den Gästen die Spielkultur der ersten Halbzeit gänzlich eingefror. Andre Elmiger verpasste in der 88. Minute, nach bemerkenswertem Solo das dritte Tor nur um Haaresbreite. In der Nachspielzeit scheiterte der andre HSV Torschütze, Severin Emmenegger am dritten Treffer der Einheimischen. Mit dem Schlusspfiff, des stets auf der Höhe agierenden Unparteiischen, Rasid Sahinagic aus Schwyz, war das 2:5 in Stein gemeisselt. Wolhusen hat damit den Platz an der Spitze verteidigen können und darf sich nun am kommenden Wochenende auf den Knüller gegen Liga Krösus Entlebuch freuen. Die Farbschachen Elf siegte im Spitzenspiel gegen Emmenbrücke mit 2:1 und ist damit der Schumacher/Hofstetter Elf auf den Fersen. Für den Gastgeber HSV und Trainer Michael Kohler werden die nächsten beiden Partien gegen Sempach und Nebikon von enormer Wichtigkeit und wegweisend für die Zukunft sein.

Hildisrieder SV - FC Wolhusen 2:5 (0:3)

Samstag, 17. Oktober 2015, 17.30 Uhr
Bogenhüsli, Hildisrieden
80 Zuschauer

Tore

22. 0:1 Fabian Marti

35. 0:2 Alain Brunner

44. 0:3 Jonas Wicki

60. 0:4 Alain Brunner

73. 0:5 Oliver Röösli

75. 1:5 Andre Elmiger

83. 2:5 Severin Emmenegger

FC Wolhusen

Martin Amhof, Christoph Wicki, Adrian Bachmann, Ernst Heer, Roland Burri, Jonas Wicki (74. Cyrill Marbacher), Alain Brunner, Heinz Schumacher, Reto Wicki, Fabian Marti (81. Karim Kramer), Valmir Hajrullahu (65. Oliver Röösli)

Hildisrieder SV

Roman Feer, Marco Lang, Lukas Frischkopf, James Ineichen, Stefan Aebischer (21. Daniel Alves), Marcell Wicki (65. Andre Elmiger), Silvan Ineichen, Fabian Wicki, Severin Emmenegger, Beat Niederberger, Adrian Ineichen