3. Liga
"Wolhuser Kilbi" auf der Chrützmatte

Von Kurt Schöpfer

Ein tolles Start „Furioso“, mit vier Treffern, in weniger als einer Viertelstunde, warf wohl früh, schon alle Taktiken beider Teamverantwortlichen über Bord? Zuerst jubelten die Gäste über eine zwei Tore Führung. Diesen Rückstand glich André Antonio Alves Costa innert einer Minute für Dagmersellen aus. Zwischenzeitlich jubelten die Gastgeber gar über eine 3:2 Führung, ehe Claudio Imfeld, mit seinem Freistosstor das ganze nochmals auf den Kopf stellte. Am Schluss siegten die Wolhuser dank einem Lastminute Tor von Spielertrainer Heinz Schumacher, auf welches unmittelbar der Schlusspfiff von Schiedsrichter Marco Matafora erfolgte.

Erneut Alves Costa treffsicher
Im Vorfeld der Partie durften die Fans eine Spannende Begegnung erwarten, gewannen doch beide Teams vor Wochenfrist ihr letztes Meisterschaftsspiel. Wolhusen besiegte zu Hause dabei Malters mit 5:0 während die Platzherren den damaligen Leader Emmenbrücke im Gersag mit 2:3 stürzten. Dabei erwies sich André Antonio Alves Costa mit seinen drei Treffern als der sicherste Torschütze seiner Elf. Dieser glich die Führung der Gäste von Jonas Wicki (6.) und Alain Brunner (11.) binnen einer Minute aus und erwies sich erneut als Treffsicherster Torschütze von Dagmersellen. Die etwas später eintrudelnden Fans hatten das Start Furioso und gleich vier Treffer verpasst. Wolhusen, welches sich nach den beiden Toren auf Wolke sieben befand wurde jäh auf den Boden der Realität zurückgeholt. Der Traumstart wurde plötzlich zum Alptraum. Besonders für Martin Amhof, welcher ohne grössres verschulden, zwei Mal hinter sich greifen musste. Mit der Gelben Karte an die Adressen von Ernst Heer und Nikoll Prenka versuchte der Unparteiische die Wogen zu glätten. Bei besten äusseren Bedingungen schenkten sich die Beiden Teams wenig. Für die gut Hunderte Zuschauer fielen die Tore wie reife Früchte. In der Folge verlagerte sich das Spiel mehrheitlich in die Mittelfeldzone. Vor den beiden Gehäusen waren die Stürmer kaum mehr anzutreffen. Angelo Zimmermann mit einem zu zaghaften Schuss (30.) und Valmir Hajrullahu mit seinem zu steil angesetzten Versuch (37.) blieben die einzigen erwähnenswerten Momente. Kurz vor dem Seitenwechsel erlebte Noah Tschopp einen solchen Moment, als er sich im Laufduell durchsetze und in der 43. Minute für die Platzheren den Pfosten traf. So traten die beiden Teams beim Stande von 2:2 den Weg in die Kabinen an.

Platzherren mit besserem Momentum
Frisch gestärkt traten die Antipoden unverändert aus den Kabinen an. Der Kopfball von Michael Bucher in der 51. Minute zwang Martin Amhof zur Intervention und unterstrich das bessere Momentum der Platzherren zu dieser Spielphase. In seiner letzten Aktion prüfte Angelo Zimmermann Torwart Christian Wyss, bevor er Fabian Marti seinen Part in der Sturmspitze überliess. Ein Missverständnis in der Wolhuser Abwehr und der Sturz von Verteidiger Adrian Bachmann ermöglichte Dagmersellen diesen Entscheidenden Augenblick auszunutzen und durch David Bernet die Führung zu erzielen (3:2, 64.). Es sah wieder so aus, dass die Wolhuser auf der „Chrützmatte“ erneut aufs „Kreuz“ gelegt würden. Durch den Rückstand mussten die Gäste das Heft der Partie in die Hand nehmen, während sich die Einheimischen eher auf das Konterspiel ausrichteten, kamen dabei aber nie zu gefährlichen Torchancen. Erst ein Rencontre an der Strafraumgrenze führte zu einem entscheidenden Freistoss. Der kurz zuvor für Nikoll Prenka aufs Spielfeld beorderte Claudio Imfeld nahm an der linken Strafraumecke Anlauf. Sein Schuss wie ein Strich landete in der entfernteren, hohen Torwartecke und zappelte zum 3:3 (76.) Ausgleich im Dagmerseller Netzhimmel. Die Partie stand nun in der Schlussphase auf des Messers Schneide. Die Kontrahenten schenkten sich in der Folge wenig. Es gab kein Nachlassen und abfinden mit dem Remis statt. Die Matchuhr blieb bereits stehen als sich die Entscheidenden Ereignisse abspielten. Ein letzter Eckball für die Wolhuser stand noch an. Die Hereingabe schien von Mann und Maus beseitigt, als Heinz Schumacher aus dem Hinterhalt voll draufhielt und den Ball an Freund und Feind vorbei in den Maschen von Dagmersellen zappeln liess (3:4, 96). Riesige Jubelstürme und Freudentänze bei den Gästen, während die Einheimischen beim Unparteiischen über deren lange Nachspielzeit verblüfft waren. Ohne das Spiel wieder aufzunehmen, beendete Schiedsrichter Matafora die Partie.

Derby gegen Schüpfheim
Am kommenden Wochenende steigt auf der Blindei ein weiteres Derby. Diesmal ist der FC Schüpfheim zu Gast. Ob die Wolhuser in dieser Partie die Ungeschlagenheit bewahren können? Auf Grund der Tabellenlage ist die Blindei Elf zu favorisieren. Aber in der Favoritenrolle tut sich die Schumacher Elf jeweils besonders schwer. Grund genug an der Wolhuser Kilbi das nötige Siegeselixier auszukosten. Dies wird sicherlich die Chance der Amtshauptörtler zu sein. Dagmersellen seinerseits tritt auswärts in Sempach an, welches mit dem zweiten Saisonsieg endlich etwas an Boden zu gewinnen vermochte.

FC Dagmersellen - FC Wolhusen 3:4 (2:2)

Samstag, 3. Oktober 2015, 18.00 Uhr
Chrützmatte, Dagmersellen
120 Zuschauer

Tore

06. 0:1 Jonas Wicki

11. 0:2 Alain Brunner

14. 1:2 André Antonio Alves Costa

16. 2:2 André Antonio Alves Costa

64. 3:2 David Bernet

76. 3:3 Claudio Imfeld

96. 3:4 Heinz Schumacher

FC Wolhusen

Martin Amhof, Jonas Wicki (86. Reto Wicki), Roland Burri, Alain Brunner, Christoph Wicki, Adrian Bachmann, Ernst Heer, Heinz Schumacher, Nikoll Prenka (75. Claudio Imfeld), Angelo Zimmermann (61. Fabian Marti), Valmir Hajrullahu

FC Dagmersellen

Christian Wyss, Roman Steinger, Noah Tschopp, David Gut, Dominic Ineichen, Michael Bucher (72. Pascal Schwizer), Machael Peter, Manuel Huber, Sandro Lerch, Lukas Steiner, André Antonio Alves Costa (90 + 1 Fabian Ukaj), David Bernet

Jonas Wicki einen Tick schneller am Ball
Roland Burrin im Duell mit Noah Tschopp
Ernst Heer klärt per Kopf
Heinz Schumacher am Ball