Im Derby bestimmten die Gäste die erste Halbzeit. Als die Einheimischen zu Beginn der zweiten Halbzeit besser ins Spiel fanden, Konterte Emrah Karaboga mit einem Hattrick die Wolhuser aus.
Die überraschende Niederlage der Grafenstädter am vergangenen Wochenende, zu Hause gegen Reiden (1:2) liess das Team von Herbert Baumann, nach dem deutlichen Startsieg in Escholzmatt auf den Boden der Realität zurückkehren. Somit erwarteten die Einheimischen von Heinz Schumacher, hochmotivierte Willisauer auf der ausgezeichnet bespielbaren Blindei Unterlage. Diese wollten ihre Ungeschlagenheit aus den beiden Startspielen verteidigen.
Kopfball kratzte am Lattenkreuz
Die Startminuten zeigten deutlich, dass die Magische Zahl der Gäste Neuzehnelf hiess. Diese drei Akteure mit den Rückennummern Neun (Emrah Karaboga), Zehn (Arben Balaj) und Elf (Christian Binde) bestimmten die Gangart. Eine erste Kostprobe verpassten die meisten Zuschauer, da sie sich erst nach und nach auf der Blindei einfanden. Den Flankenball von Arben Balaj von der linken Aussenseite köpfte Emrah Karaboga ans Lattenkreuz. Kaum hatten sich die Einheimischen auf dieses Angriffstrio eingestellt, musste Rene Fankhauser verletzungsbedingt die Segel streichen. Lukas Bachmann ersetzte den Mittelfeldregisseur und versuchte nach vorne mehr Akzente zu setzen. Gefährlich vor Torwart Flavio Widmer waren die Einheimischen im Verlaufe der ersten Halbzeit kaum wahr zu nehmen. Dass es bis zur Pause Torlos blieb lag daran, dass kurz vor dem Seitenwechsel Andi Thalmann mit einer Glanzaktion den Schuss von Marco Künzli Mirakulös um den rechen Pfosten lenkte. Für die inzwischen zahlreich aufmarschierten Zuschauer war diese Aktion bereits das Eintrittsgeld wert.
Ausgekontert
Mit den letzten Wurstbissen in den Mundwinkeln an den Spielfeldrand zurückgekehrt sahen die Matchbesucher wie Flavio Widmer seinen ersten Arbeitseinsatz gegen den Schuss von Matthias Bürkli bravurös erledigte. Die Einheimischen besassen zu Beginn des zweiten Spielabschnittes die besten Momente. Der Distanzschuss von Spielertrainer Heinz Schumacher senkte sich bedrohlich auf das Tornetz (54.) Die vergebene Kopfballchance von Lukas Bachmann in der 57. Minute, auf Flanke von Michael Duss geht unter die Rubrik: „Wer sie vorne nicht macht kriegt sie“. Die Bestätigung des Sprichwortes lieferte Emrah Karaboga auf dem Fusse. Im Gegenzug gingen im Halbkreis vor dem Strafraum nur die Wolhuser zu Boden, nicht aber der Mittelstürmer der Gäste. Gegen drei Spieler setzte dieser sich durch und bezwang Torwart Thalmann mit einem platzierten Schuss in die weite rechte Torecke. (0:1 58.) Wolhusen war klassisch ausgekontert. Die Führung der Gäste ging aber in Ordnung, da in der Folge Balaj den Ausbau der Führung nur knapp verpasste. Ebenfalls auf Konter erzielten die Einheimischen den Ausgleich. Simon Komani verwertete die Vorlage von Bachmann in den Maschen von Widmer (1:1, 64.)
Glück und Pech nahe beieinander
In der 71. Minute fasste sich Komani ein Herz und zog aus der Distanz ab. Dessen Schuss prallte an die Latte. Von dieser Sprang der Ball an den Rücken von Torwart Widmer und touchierte anschliessend den Pfosten ehe ehr seitlich die verlängerte Torlinie überquerte. Widmer bemächtigte das Leder eigentlich hinter der Linie, hatte dabei aber das Glück des Tüchtigen, dass das Spiel ohne Eckball weiter fortgesetzt wurde. Während die Wolhuser mit dem Schicksal haderten liefen sie in einen nächsten Gegenangriff. Diesmal spielte Christian Binde über links kommenden den Ball zur Mitte wo Karaboga zum zweiten Mal Thalmann das Nachsehen liess. (74.) Jetzt schienen die Karten gemischt zu sein. Willisau führte und man spürte, dass nur ein aussergewöhnlicher Ephor auf Seite der Gastgeber diesem Spiel noch eine Wende geben könnte. Das weckte Erinnerungen an ein Aufeinandertreffen in der zweiten Liga als Peter Kunz in den Schlussminuten das 1:2 zu Gunsten der Einheimischen drehte. Nur wer sollte diesmal derjenige sein? Die Antwort gab Karaboga, bereits in der Nachspielzeit. Nach der Verpassten, möglichen Ausgleichschance per Freistoss von Bürkli schalteten die Gäste schneller. Mit dem 1:3 durch die Mitte war die Partie entschieden. Den Schlusspunkt setzte aber der Penaltypfiff von Schiedsrichter Orlando Marrella. Silvan Schwegler wurde im letzten Angriffsversuch regelwidrig im Strafraum von den Beinen geholt. Die Ausführung übernahm Simon Komani. Dem Torpfiff folgte gleichzeitig auch der Schlusspfiff. Wolhusen musste sich in einer äusserst Attraktiven Partie erstmals geschlagen geben. Willisau wurde seiner Favoritenrolle vollauf gerecht und siegte dank den drei aussergewöhnlichen Akteuren und dem Hattrick von Emrah Karaboga mit 2:3. Auf den weiteren Verlauf der Meisterschaft darf man gespannt sein. Solche Partien machen jedenfalls Spass und Freude am Fussball.
FC Wolhusen vs FC Willisau 2:3 (0:0)
Samstag, 3. September 2011, 18.00 Uhr
Sportanlage Blindei, Wolhusen
350 Zuschauer
Schiedsrichter
Orlando Marrella
Tore
58. 0:1 Karaboga Emrah
64. 1.1 Simon Komani
74. 1:2 Karaboga Emrah
91. 1:3 Karaboga Emrah
92. 2:3 Simon Komani (Foulelfmeter)
FC Wolhusen
Andy Thalmann, Christoph Wicki, Stefan Riedweg, Andreas Schwegler (70. Silvan Schwegler), Rene Fankhauser (14. Lukas Bachmann), Alain Brunner, Claudio Imfeld, Michael Duss, Fabian Marti (59. Simon Komani), Matthias Bürkli, Heinz Schumacher.
FC Willisau
Flavio Widmer, Marco Renggli, Ivan Kaufmann, Cyrill Bossert (83. Flamur Preni), Emrah Karaboga, Arben Balaj, Christian Binde, Sven Geiser, Rene Keller, Marco Künzli (87. Raphael Bättig), Alain Schmidlin.
Bemerkungen
6. Kopfball von Emrah Karaboga ans Lat-tenkreuz, 37. Fabian Marti (gelb), 42. Alain Brun-ner (gelb) 71. Lattenschuss von Simon Komani, 92. Heinz Schumacher (gelb für Reklamieren).
